Weg von Öl und Gas … Hin zur Wärmepumpe

Auf die Bereiche Wärme und Warmwasser entfallen mehr als 80 Prozent des Energieverbrauchs in Häusern. Angesichts des Klimawandels sowie der Ressourcenknappheit ist es daher dringend notwendig, den Wärmebedarf möglichst effizient und nachhaltig bereitzustellen. Bei der Wahl der zum Haus passenden Heizung können sich Bauherren zwischen mehreren Wärmepumpen-Systemen entscheiden, die Effizienz sowie die Nutzung regenerativer Energien miteinander verbinden. Die Kosten für diese Lösung amortisieren sich durch einen sinkenden Energieverbrauch.

Fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle waren über viele Jahrzehnte die Energielieferanten für Einfamilienhäuser. Mit ihnen konnte zwar komfortabel geheizt und Warmwasser erzeugt wird, allerdings gehen sie zum einen zur Neige und schädigen zum anderen nachhaltig die Umwelt.

Die Klimaerwärmung und die unabwägbaren Risiken der Kernenergie zwingen die Politik und damit auch die Verbraucher zum Umdenken. Die Richtung jedenfalls ist spätestens seit der von der Bundesregierung proklamierten Energiewende klar: Langfristig haben fossile Energieträger wie Öl, Kohle und Gas ausgedient, erneuerbare Energien werden eine immer wichtigere Rolle spielen. Das gilt nicht nur für die Strom-, sondern auch für die Wärmeproduktion. Weil die Gebäude in Deutschland laut Bundesumweltamt rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent der Co2-Emmissionen verursachen und hier große Einsparpotenziale vorhanden sind, stehen sie bei den Klimaschutzbemühungen besonders im Fokus.

 

Gesetzliche Grundlagen

Neue Häuser müssen daher sehr strikte gesetzliche Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllen. In Deutschland heißt das Regelwerk dazu Energiesparverordnung (EnEV). Sie setzt nicht nur klare Energiebedarfs-Obergrenzen für jedes Gebäude, sondern bewertet mit dem sogenannten Primärenergiefaktor auch die Energieverluste die bei der Produktion und des Transports des eingesetzten Energieträgers anfallen, der verwendet wird: den schlechtesten Wert (1,8) hat der „allgemeine Strommix“, u.a. weil in Deutschland nach wie vor noch viel Strom in umweltschädlichen Kohle- und Atomkraftwerken erzeugt wird, Heizöl und Erdgas stehen mit dem Faktor 1,1 etwas besser da. Klare Gewinner sind die Erneuerbaren: Holz hat 0,2 und die Sonne Erd- und Umweltwärme 0. Dieser Wert schlägt sich deutlich bei der Berechnung des Energieeffizienzstandards eines neuen Hauses nieder. Je besser dieser ist, desto geringer die jährlichen Energiekosten und desto größer die Chance, von attraktiven Fördergeldern zu profitieren.

Weil dieser Anreiz erfahrungsgemäß nicht ausreicht, um ehrgeizige politische Ziele, wie einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, werden Bauherren schon heute zur Verwendung erneuerbaren Energien in allen Gebäuden mit einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern, die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden, verpflichtet. Der genaue regenerative Anteil ist je nach Energieträger des gewählten Heizungs- und Warmwassersystems unterschiedlich. Geregelt ist dies im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Letzteres und die Energieeinsparverordnung sollen demnächst zu einem Gesetz zusammengefasst werden, an den konkreten energetischen Anforderungen für Neubauten ändert dies aber zunächst einmal nichts.

 

Das ist Pflicht

Wer Solarenergie wählt, muss mit ihrer Hilfe mindestens 15 Prozent des Wärme- und Kälteenergiebedarfs im Haus decken. Bei der Nutzung von Umweltwärme, wie es z.B. Wärmepumpen aus Luft, Erde oder Grundwasser tun, sind mindestens 50 Prozent vorgeschrieben. Dasselbe gilt bei der Nutzung von fester Biomasse, wie zum Beispiel Holz.

Grundsätzlich gilt: Je dichter und je besser das Haus gedämmt ist, desto leichter können Sie mit regenerativen Heizsystemen einen großen Teil des Energiebedarfs abdecken, wodurch sich die Investitionskosten im Laufe im Laufe der Jahre amortisieren.

 

Umweltwärme nutzen

Wärmepumpen sind eine nachhaltige Alternative zur Heizung mit fossilen Brennstoffen. Alle Wärmepumpen haben eines gemeinsam: Sie stoßen kein Co2 aus, denn sie sind bei der Wärmeerzeugung nicht auf einen Verbrennungsvorgang angewiesen. Das Funktionsprinzip entspricht dem eines Kühl- oder Gefrierschranks, nur umgekehrt. Zum Heizen oder Kühlen nutzt sie die frei verfügbare Wärme, die in der Luft, dem Erdboden und dem Grundwasser gespeichert ist.

Vor allem für Bauherren, die künftig mit einer strombetriebenen Wärmepumpe heizen und Warmwasser erzeugen möchten – die ihrerseits regenerative Energie aus der Luft, dem Erdbereich oder dem Grundwasser nutzt – kann die Kombination mit der PV-Anlage sein. Das Wärmepumpensystem muss dann natürlich für die Einspeisung des Solarstroms geeignet sein, was zum Beispiel das Label „Smart Grid ready“ garantiert. Wärmepumpen sorgen vor allem im gut gedämmte Neubau für sehr niedrige Energiekosten. Daher bietet sich hier auch der Einsatz von Elektro-Wärmepumpen in Verbindung mit einem Heizwasserpufferspeicher an, der die von der Wärmepumpe mit überschüssigem Solarstrom produzierte Wärmeenergie zwischengelagert. Um gerade im Winter einen möglichst hohen Autarkiegrad zu erreichen, ist der Einsatz einer intelligenten Heizungsregelung oder eines Smarthome-Systems sehr wertvoll, welches die Steuerung und energetische Optimierung des gesamten Heizsystems übernimmt.

Während Luft basierte Systeme in der Anschaffung bereits ab rund 12 000 Euro zu haben sind, kommen Erd- bzw. Grundwasser basierte Anlagen mit besserem Wirkungsgrad durchaus auf das Doppelte. Das liegt vor allem an den Kosten für die Erschließung der Wärmequelle, also den Bohrungen für Erdsonden oder dem Bau eines Grundwasser-Brunnens, was schnell mehrere Tausend Euro schluckt.

 

Förderung

Es gibt in Deutschland bundesweite Förderungsprogramme für erneuerbare Energien, aber auch Länder- und Regionalförderungen. Der Bund fördert Maßnahmen zur Nutzung von regenerativen Energien hauptsächlich über die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hier können Bauherren von zinsverbilligten Krediten und Tilgungszuschüssen für den Neubau besonders energieeffizienter Wohngebäude, die (teilweise) regenerativ beheizt werden, profitieren. Darüber hinaus fördert der Bund von Photovoltaikanlagen zu Solarstromerzeugung, aber auch thermische Solaranlagen und Wärmepumpen. Bei der BAFA-Innovationsförderung zum Beispiel wird eine  leistungsgeregelte Luft-Wärmepumpe mit mindestens 1 500 Euro gefördert.

 

Passend zum Haus

Fertighaushersteller bieten ihren Kunden in der Regel ein Heizkonzept, das den Gegebenheiten des jeweiligen Hauses angepasst ist. In der Mehrheit handelt es sich dabei um Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Fußbodenheizung und einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

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